Handhygiene und Handschutz sind enorm wichtig

„Die Hände“, so beschreibt es Pfleger Alen Males, Hygienefachkraft in der Augusta-Kranken-Anstalt, „unsere Hände sind das Kapital, mit dem wir arbeiten. Und deshalb müssen wir mehr als sorgfältig damit umgehen.“  Dies ist aber nicht immer der Fall, wie eine Befragung auf Mitarbeiter- und Führungsebene ergab, die schon vor längerer Zeit durchgeführt wurde. Ein zweijähriges Pilotprojekt in der Augusta-Kranken-Anstalt und im Evangelischen Krankenhaus Hattingen (EvK) half nun, die Situation zu optimieren.

Das Pilotprojekt der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) fand in Kooperation mit der Landesanstalt für Arbeitsschutz statt. Augusta und EvK haben sich mit Schulungen zu Handgesundheit, Hautschutz und Hauthygiene vermehrt an die Menschen in den drei Häusern der Evangelischen Stiftung Augusta gewandt, erzählt Pflegedirektorin Annegret Hintz-Düppe.

Das Augusta war eines von lediglich elf Krankenhäusern, die in Nordrhein-Westfalen an diesem Pilotprojekt teilnahmen. Wer tagtäglich mit Latexhandschuhen arbeitet, dessen Hände sind vermehrter Feuchtigkeit und damit einem höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt. „Manche Mitarbeiter, auch bei den Putzkolonnen und in der Küche“, erläutert Dipl.-Ing. Alfred Liersch, Technischer Aufsichtsbeamter bei der BGW, „ziehen die Handschuhe bei Dienstbeginn an und erst zum Dienstschluss wieder aus.“ Das sei eine Katastrophe, die sich mittlerweile auch in der gesamten Lebensmittelbranche ausbreite.

Nicht immer müssen Schutzhandschuhe getragen werden, aber das werde oftmals übersehen. Bei mangelnder Pflege seien dann rissige Haut, auch Pilzerkrankungen die Folge, wie Hygiene-Fachkraft Alen Males erläutert. Aus den Schrunden resultieren Schmerzen – und daraus wiederum eine erschreckende Zahl von Meldungen bei der BGW, denn mit rissigen Händen könne man nicht mehr zupacken. „Bereits 50 Prozent der Meldungen auf den Verdacht einer Berufserkrankung“, sagt auch Alfred Liersch, „beziehen sich auf die Haut.“

Dass es Unterzieh-Handschuhe aus Baumwolle gibt (die man freilich auch einmal wechseln muss), ist ebenso bekannt wie die Tatsache, dass Gummihandschuhe zum Trocknen auf links gezogen werden müssen. Die richtige Desinfektion und die richtige Hautpflege gehören gleichermaßen in diesen Themenkomplex.

Alen Males, Annegret Hintz-Düppe und Augusta-Betriebsarzt Dr. Markus Wiegand ziehen da an einem Strang: Im Laufe der Pilotphase haben sie sehr viele Info-Veranstaltungen für die Mitarbeiter gemacht, die Mitarbeitervertretung hat Info-Stände aufgebaut und Handzettel verteilt.

Jetzt wurde dieses Engagement belohnt:  BGW-Vertreter Liersch überreichte einen sogenannten „Hautschutz-Koffer“, der für Referenten alles erdenkliche Schulungs-Material zum Thema enthält. Das landesweite Pilot-Projekt wird im November mit einer Großveranstaltung in Köln abgeschlossen. „Das wichtige Thema ‚Handhygiene und Hautschutz’“, sagt Annegret Hintz-Düppe, „wird uns auch danach weiter begleiten.“