Dr. Susanne Dürscheidt und die Gambia-Initiative
haben
Brunnen und Vorschule an das Dorf Jiboroh übergeben

Den Kranken hilft sie sowieso, aber vielen Gesunden auch: Die Ärztin Dr. Susanne Dürscheidt, Radiologin an der Bochumer Augusta-Kranken-Anstalt, sammelt und engagiert sich mit der Gambia-Initiative e.V. für Kinder in dem westafrikanischen Land.

Im dem kleinen Dörfchen Jiboroh haben der Verein und die Mitglieder um die Bochumerin nach acht sehr aktiven Jahren ein umfangreiches Projekt abgeschlossen, in dessen Rahmen Vorschulgebäude mit Küche, eine Einfriedung, ein Schulgarten und ein Brunnen entstanden sind.

Nach dem erfolgreichen Ende der Maßnahme in dem Dorf, das in der Nähe der senegalesischen Grenze bei Brikama liegt, ca. zwei Autostunden von der Hauptstadt Banjul entfernt, wurden die Einrichtungen der Initiative feierlich und offiziell in die Hände der Dorf-Verantwortlichen übergeben. Nun sind Dr. Dürscheidt und ihre Mitstreiter in Gambia sozusagen „arbeitslos“ – und auf der Suche nach weiteren Betätigungsfeldern, wo europäische Hilfe sowohl nötig als auch erwünscht ist.

„Wir suchen im Ballungsgebiet an der Küste ein Gebiet“, sagt sie, „wo wir wieder eine Vor-Schule und einen Schulgarten errichten möchten.“ In diese Ballungszentren ziehen täglich Massen von Menschen. Dadurch entstehen dort riesige Gemeinden, in denen es natürlich zu wenig Vor-Schulen gibt. Hilfe sei deshalb dringend notwendig.

Für den nächsten Schulgarten und für die Gartenarbeit sei aber noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. „Die drei Ernten, die in Gambia möglich sind“, so Dürscheidt, „werden vielerorts mangels vernünftiger Bewässerung nicht erreicht.“  Weil an dieser Stelle noch viel Wissen vermittelt werden muss, hat sich die Gambia-Initative die Unterstützung des Landschaftsbauers Wolfgang Stiller gesichert.

Der Herner hat sich in Gambia schon in sehr vielen Gärten umgesehen, um dort von Afrika für Afrika zu lernen. So auch im Garten des Kindergartens Wattenscheid.

Man müsse aber für ein solches Projekt aber auch die passenden Partner finden. Die Menschen in Gambia favorisieren bei Hilfsaktionen das Prinzip der „helping hands“: Gleichberechtigte Partner arbeiten miteinander Hand in Hand, gewissermaßen als Hilfe zur Selbsthilfe.

Vorerst engagiert man sich nun übergangsweise mit den akquirierten Spendengeldern in einem AIDS-Waisen-Heim, das von einer Luxemburger Organisation in Old Yundum gebaut wurde – im Hinterland des Küstenstreifens zwischen der Hauptstand Banjul und dem Ort Brikama. „Dort fehlt noch so vieles“, heißt es, „und wir wollen ja helfen, wollen etwas tun.“

Dr. Dürscheidt kam 2001 als Touristin nach Gambia. Kurz darauf wurde sie Mitglied der Gambia-Initiative e.V. und half, wo sie konnte. Als der alte Vorstand sich 2006 zurückzog, übernahm die Augusta-Ärztin als 1. Vorsitzende die Verantwortung für den Verein.