Hattinger Chirurgen gelingt Gallenblasen-OP ohne Bauchschnitt

Erstmals entfernten Hattinger Chirurgen am Freitag die Gallenblase einer 77-jährigen Patientin über einen Zugang durch die Scheide (Vagina). „Das schonende Verfahren vermeidet Schmerzen bei der Wundheilung und lange Krankenhausaufenthalte“, erläutert Operateur Chefarzt Dr. Helfried Waleczek vom Evangelischen Krankenhaus Hattingen.

Bei der transvaginalen Methode nehmen die Chirurgen einen zwei Zentimeter kleinen Schnitt in der hinteren Scheidenwand vor und erhalten so Zugriff auf die Bauchhöhle und die inneren Organe. Waleczek, Chefarzt der Chirurgie am EvK, führt das weltweit seltene Verfahren, eine Weiterentwicklung der minimal-invasiven Chirurgie, als erster Chirurg in Hattingen ein. Durch die Verwendung natürlicher Körperöffnungen wie die Vagina vermeiden diese so genannten Schlüsselloch-Verfahren Komplikationen, die bei offenen Eingriffen durch große Schnittwunden im Zuge der Wundheilung entstehen können. Dadurch genesen Patienten schneller und Liegezeiten im Krankenhaus verkürzen sich.

Am Nachmittag nach dem Eingriff fühlte sich die Patientin wieder voll mobil, blieb aber zur Beobachtung noch vier Tage im EvK. Gerade für übergewichtige und ältere Patienten, bei denen Ärzte mit vermehrten Komplikationen bei der Wundheilung rechnen, bringt die Methode Vorteile. Durch Schlüsselloch-Verfahren wie die hier angewandte transvaginale Methode entstehen auch keinerlei äußere Narben. „Auch aus kosmetischer Sicht ein toller Erfolg“, freut sich Waleczek. Für den Chirurgen und sein Team steht vor allem die Schmerzreduzierung im Vordergrund. „Das Innere der weiblichen Scheide ist besonders schmerzunempfindlich“, erklärt der Chefarzt den Vorteil des schonenden Verfahrens. „Postoperative Schmerzen verringern sich so auf ein Minimum oder entstehen gar nicht erst“, so Waleczek weiter.