Patientin kam aus Görlitz

Karin Stachel war richtig froh, dass sie den Tag der Offenen Tür am AdipoitasZentrum NRW in der Lindener Augusta-Kranken-Anstalt besuchen konnte. „Ich habe das in der WAZ gelesen und sofort beschlossen: Da fährst du am Sonntag hin!“

Sie ließ vor Ort alle medizinisch relevanten Daten bestimmen und informierte sich umfassend bei den sehr verständlich gehaltenen Vorträgen von Privatdozent Dr. Helfried Waleczek, Dipl.-Psych. Uwe Machleit, Dr. Thomas Hulisz und Dr. Martina Neddermann, der Leiterin des Augusta-Schlaflabors.

Die sympathische Frau aus dem ganz weit östlichen Görlitz ist sicherlich eine der Patientinnen mit der bisher weitesten Anreise und sorgte insofern beim medizinischen Fachpersonal des Augusta für großes Erstaunen. Der Schlüssel lag dann darin, dass Frau Stachel die WAZ bei Freunden in Gelsenkirchen gelesen hatte, wo sie für ein paar Tage zu Gast war.

„In Görlitz haben wir so etwas nicht“, beklagte sie sich, während Schwester Susanne Kandetzki ihrer weit gereisten Patientin Blut aus dem Ohrläppchen abnahm. „Man hat mich informiert, dass von Görlitz aus das nächste Zentrum in Berlin ist. Und das ist mir zu weit.“

Sehr viele Bürger des Ruhrgebiets hatten freilich die Gelegenheit ebenfalls beim Schopf ergriffen, im Augusta nach ihrer Gesundheit und ihrem Body Mass Index schauen zu lassen

Die Anreise war nicht nur für die natürlich ortsunkundige Dame vom 15. Längengrad schwierig gewesen, sondern auch für alle anderen Besucher, was Dr. Hulisz, der medizinische Leiter des AdipositasZentrums, zu einem kurzen, zynischen Exkurs in die Kommunalpolitik veranlasste. Die Besucher quittierten die Kritik des Hausherrn mit Lachen und breiter Zustimmung, denn die Verkehrs-Situation an der Dr.-C.-Otto-Straße ist in der Tat derzeit mehr als schauerlich. “Man muss sich wirklich wundern“, so Hulisz, „dass trotz der vielen Umleitungen und der Baustellen noch so viele Menschen den Weg zu uns gefunden haben.“